» Die Geschichte
Die Geschichte der Stadt Giardini Naxos kann in zwei unterschiedliche Zeiträume eingeteilt werden: die von Naxos, frühere griechische Kolonie in Sizilien, und die von “Borgo delli Giardini” (zu deutsch: das Dorf der Gärten), seit 1847 unabhängige Geimeinde. Die erste griechische Kolonie ‚‚Naxos” in Sizilien wurde 735/734 vom Truppenführer Teokles (aus Athen oder vielleicht aus Kalkis) gegründet und wurde somit der erste Anlegeort für diejenigen, die aus Griechenland kamen. Historikern zufolge stellten die Griechen bei ihrer Ankunft in der Bucht auf der Reede einen Altar auf, den sie dem Gott Apoll Arkegete widmeten, ihrem Schutzgott für lange Reisen.
Die Stadt wurde in kurzer Zeit Ziel vieler religiöser Pilgerreisen und das trug dazu bei, dass die Kolonie zu einer reichen Stadt, umgeben von blühenden Feldern, wurde, wo im Überfluss Weinreben und Olivenhaine wuchsen, die das Gebiet in eine schöne Umgebung verwandelten. Die Präsenz zahlreicher tonhaltiger Höhlen förderte ziemlich früh das lokale Handwerk, während Wasserflüsse und eine strategische Position auf dem Kurs zum Kontinent dazu beitrugen, das kleine Dorf in eine blühende Handelsstadt zu verwandeln, die eine eigene Währung hatte. Während der ersten Jahre wurde die Stadt von einer oligarchischen Regierung geleitet, später wurde sie demokratisch und übernahm die Gesetze des Stadtstaates Athen, mit dem es verbündet war.
Die Geschichte Naxos’ war reich an Ereignissen und Persönlichkeiten wie dem Faustkämpfer Tysandros, der 572 v.Chr. an der 52. Olympiade teilnahm und gewann. Im Anschluss an diese Olympiade gewann er auch die Olympiaden von 568, 564 und 560 v.Chr. Das Bündnis mit Athen während des Peloponnesischen Krieges war die Ursache für die Zerstörung der Stadt durch den Spartaverbündeten Dionysos von Syrakus, der mit einer ausgeklügelten Strategie die Erstürmung der Stadt erreichte. Nach der Zerstörung der Stadt suchten diejenigen Naxosbewohner, die dem Tod und der Gefangenschaft entkommen waren, bei anderen befreundeten Kolonien im Inneren des Landes Schutz. So endete nach 300 Jahren die Geschichte der ersten griechischen Kolonie in Sizilien. In den Folgejahren wurden die Bucht und das umliegende Land indessen von Fischern und kleinen Bauerngruppen bewohnt. Im Jahre 700 wurde das Gebiet, das mittlerweile zum Gebiet Taorminas geworden war, wegen der Gegenwart zahlreicher Orangen- und Zitronenhaine “Borgo delli Giardini” (zu deutsch: das Dorf der Gärten) genannt (heute touristisches Gebiet von Recanati). Am 1. Januar 1847 gewährte der Boubonenkönig Ferdinand II dem Ort Unabhängigkeit und ernannte ihn zur Gemeinde mit dem Namen Giardini (Gärten).
Von 1978 an wurde die Stadt “Giardini Naxos” genannt, als an den historischen Namen “Giardini” zum Andenken der ersten griechischen Kolonie in Sizilien “Naxos” angehängt wurde. Die geschichtlich bedeutungsvolle Halbinsel vulkanischen Ursprungs und ehemaliges Naxosgebiet, die auf Meereshöhe in einer faszinierenden Bucht liegt, die vom Kap Taormina bis zum Kap Schisò reicht, ist heute dank seiner herrlichen geographischen Lage eines der Hauptziele des italienischen Tourismus. Mitten in der Natur und in geringer Entfernung von der Naturreserve des Flusses Alcantara und vom faszinierenden Mongibello, dem majestätischen Vulkan Ätna gelegen, ist die Stadt in weniger als einer Stunde Autofahrt vom internationalen Flughafen Fontanarossa (Catania) zu erreichen, darüber hinaus über die Eisenbahnlinie und die Autobahn A 18 von den Städten Catania und Messina aus, von der sie nur ca. 40 km entfernt liegt.
Giardini Naxos hat eine Fläche von 5,39 km und 8695 Einwohner und war seinerzeit vom Fischfang, von der Agrarwirtschaft und vom Handwerk abhängig. Heute leben die Einwohner vor allem von touristischen Unternehmen, die mit den Badeanlagen, Restaurants, Bars und den zahlreichen Hotels (über 50), die Tausende von Betten zur Verfügung stellen, verbunden sind. Die Touristen, die jedes Jahr nach Giardini Naxos kommen, um ein paar Entspannungstage zwischen den Schönheiten der Natur und der Faszination des Griechenmythos zu verbringen, sind zahlreich. Heute ist es möglich, die Überreste der antiken Stadt zu besichtigen und in ihren Straßen, die in mehr als zehn Hektar des Archäologischen Parkes verlaufen, der mit dem Geschichtsmuseum von Naxos verbunden ist, spazieren zu gehen. Der Rest ist Gegenwartsgeschichte: Giardini Naxos hat an der Schwelle zum Dritten Jahrtausend einen Tourismusrekord erreicht, der die Stadt auf den ersten Plätzen unter den wichtigsten touristischen Reisezielen Italiens platziert und zum Vorzugsziel von Tausenden Touristen aus aller Welt macht, was nur wenige andere Städte von sich sagen können.